Wer Handwerkersoftware vergleicht, vergleicht meist Monatspreise. Die tatsächlichen Kosten über drei Jahre hängen aber stärker an drei anderen Fragen: Zahlen Monteure mit? Was kosten Einrichtung und Datenübernahme? Welche Funktionen sind Zusatzmodule? Dieser Artikel nennt die marktüblichen Spannen ohne Werbung für einzelne Anbieter und rechnet ein Beispiel durch.
Marktübliche Preise
Die folgenden Spannen beruhen auf öffentlichen Preislisten deutscher Anbieter, Stand September 2026, netto je Monat.
| Kategorie | Preisspanne |
|---|---|
| Mobiler Nutzer, Baustelle | 15 bis 35 Euro je Nutzer |
| Büroarbeitsplatz Cloud, Einstieg | 30 bis 80 Euro je Arbeitsplatz |
| Betriebspaket Mittelklasse | 90 bis 150 Euro |
| Betriebspaket oberes Segment | 160 bis 350 Euro |
| ERP-Klasse je Arbeitsplatz | 90 bis 230 Euro |
Viele etablierte Fachanbieter veröffentlichen keine Preise. Das ist selbst ein Befund: Ohne Angebot lässt sich nicht vergleichen.
Einrichtung, Übernahme, Schulung
Einrichtungsgebühren sind marktüblich und liegen zwischen rund 100 und 2.000 Euro, getrennt oder gebündelt für Datenimport und Schulung. Sie sind nicht das Problem, sondern ihr Inhalt: Ein Import nur der Kundenadressen kostet wenig und bringt wenig. Fragen Sie, ob Objekte, Anlagen, Verträge und Historie mit Verknüpfungen enthalten sind und ob es einen Probelauf gibt. Mehr dazu in der Checkliste zum Softwarewechsel.
Laufzeit
Nur wenige Anbieter sind echt monatlich kündbar. Die meisten verlangen mindestens zwölf Monate, manche 24 oder 36 Monate gegen deutliche Rabatte, teils mit Vorkasse. Achten Sie außerdem auf Preisanpassungsklauseln: Nutzer berichten von Preiserhöhungen im laufenden Vertrag und von Funktionen, die nachträglich kostenpflichtig wurden. Eine schriftliche Preisgarantie für einen festen Zeitraum schützt davor.
Zusatzmodule
Typische Positionen, die im Grundpreis fehlen können:
- DATEV-Schnittstelle oder Buchhaltungsexport,
- E-Rechnung im Ausgang und im Eingang,
- Wartungs- und Prüfmodul,
- Großhandelsschnittstellen (IDS Connect, OCI, DATANORM),
- GAEB für Ausschreibungen,
- zusätzliche Speicherplätze oder Dokumente.
Fragen Sie nach einer vollständigen Liste mit Preisen für die Funktionen, die Sie in drei Jahren brauchen, nicht nur heute. Ab 2027 ist die E-Rechnung für die meisten Betriebe Pflicht; siehe E-Rechnung 2025 bis 2028.
Beispiel: 15 Personen über drei Jahre
Ein SHK-Betrieb mit 15 Personen: 3 im Büro, 12 auf der Baustelle.
Modell A, Preis je Nutzer, angenommen 60 Euro je Büroarbeitsplatz und 25 Euro je mobilem Nutzer:
- 3 × 60 + 12 × 25 = 480 Euro je Monat,
- 36 Monate: 17.280 Euro,
- Einrichtung und Übernahme, angenommen 1.500 Euro, Zusatzmodule für DATEV und Wartung, angenommen 40 Euro je Monat oder 1.440 Euro,
- Summe: rund 20.200 Euro.
Modell B, Betriebspaket, angenommen 300 Euro je Monat mit unbegrenzten mobilen Nutzern:
- 36 Monate: 10.800 Euro,
- Einrichtung und Übernahme 1.500 Euro, keine Zusatzmodule,
- Summe: rund 12.300 Euro.
Die Annahmen liegen in der Mitte der Marktspannen. Der Unterschied entsteht fast vollständig bei den Monteuren: Jeder weitere mobile Nutzer kostet in Modell A Geld, in Modell B nicht. Bei einem Betrieb mit zwei Personen kehrt sich das Verhältnis um; dann sind einzelne Module günstiger als ein Betriebspaket.
Was nicht in der Rechnung steht
- Zeit im Büro: Stundenzettel abtippen, Rechnungen nacharbeiten, Termine von Hand planen. Eine Stunde je Arbeitstag sind über drei Jahre rund 700 Stunden.
- Nicht abgerechnete Leistungen: Regiestunden und Nachträge, die im Alltag verloren gehen.
- Wechselkosten: Was es kostet, das System in fünf Jahren wieder zu verlassen.
Wie werkkern rechnet
werkkern hat zwei Modelle: Pakete und einzelne Module für kleine Betriebe und einen Betriebspreis nach Zahl der Mitarbeitenden mit allen Modulen ab zehn Personen. Monteurszugänge sind immer enthalten, alle Preise stehen öffentlich auf der Preisseite, monatlich kündbar, mit Preisgarantie für 24 Monate. Was es für Ihren Betrieb kostet, zeigt der Preisrechner mit denselben Preisen wie im Abo.
Fragen und Antworten
Was kostet Handwerkersoftware im Monat?
Marktüblich sind 15 bis 35 Euro je mobilem Nutzer, 30 bis 80 Euro je Büroarbeitsplatz und 90 bis 350 Euro für Betriebspakete. ERP-Lösungen liegen bei 90 bis 230 Euro je Arbeitsplatz. Dazu kommen Einrichtung und Zusatzmodule.
Gibt es Handwerkersoftware ohne Mindestlaufzeit?
Ja, aber selten. Die meisten Anbieter binden mindestens zwölf Monate, einige 24 oder 36 Monate gegen Rabatt. Monatlich kündbare Angebote sind die Ausnahme.
Lohnt sich ein Betriebspreis für kleine Betriebe?
Für Betriebe mit vielen Monteuren fast immer, weil sie beim Preis je Nutzer für jeden Zugang zahlen. Für Betriebe mit ein bis drei Personen sind einzelne Module oder kleine Pakete meist günstiger.
Quellen
- Öffentliche Preislisten von Anbietern von Handwerkersoftware, ausgewertet im September 2026
- werkkern: Marktdossier Handwerkersoftware DACH, Preiskorridore (Stand September 2026)
Fachinformation mit Stand des Artikels, keine Rechts- oder Steuerberatung.